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Begabtenförderung

Hallo zusammen,

mein Name ist Joanna Wilson und ich bin in der zwölften Klasse. Letzte Sommerferien hatte ich die Chance, im Rahmen der Deutschen SchülerAkademie an einem zwölftägigen Kurs der JGW-SchülerAkademie (Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e. V.) zum Thema „Das Recht auf Asyl – Internationaler Schutz für Menschen, die fliehen müssen“ teilzunehmen. Ich habe in der Zeit dort sehr positive Erfahrungen gemacht und kann es nur weiterempfehlen. Es hat mich persönlich nicht nur fachspezifisch gefördert, sondern in vielerlei Hinsicht bereichert. Der intensive Kontakt mit gleichaltrigen, gleichgesinnten Jugendlichen aus ganz Deutschland in diesem besonderen Rahmen hat dazu beigetragen, dass ich meine eigenen Kenntnisse und Fähigkeiten erweitern konnte und meine Persönlichkeit sich weiterentwickelt hat. Daher kann ich dir, falls du ein solches Förderprogramm in Erwägung ziehst, nur Mut machen, daran teilzunehmen!

Joanna Wilson

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Tür auf zu neuen Welten…

Die letzten zwei Wochen in den Sommerferien waren einer der prägendsten Zeiten in meinem ganzen bisherigen Leben. In dieser Zeit war ich in der JuniorAkademie in Adelsheim. Ich konnte erleben, was es heißt, mit gleich Interessierten Zeit zu verbringen und dabei Projektinhalte gemeinsam zu erarbeiten. Die Stimmung, die während des gesamten Zeitraums herrschte, war unbeschreiblich. Man war auf einer Wellenlänge und konnte begeistert über Themen diskutieren, auch außerhalb seines Kurses Sachen ausprobieren, die in der Schule nicht möglich wären, auch mal Verrücktes tun, zum Beispiel Wasserraketen starten. Dabei entstanden sehr besondere Erinnerungen, wenn wir gemeinsam durch ein Teleskop Jupiter mit seinen vier größten Monden beobachteten. Insgesamt gab es sechs Kurse, bei denen sowohl Natur- als auch Geisteswissenschaften vertreten waren. Es ist unglaublich, was jeder Kurs in diesen zwei Wochen erarbeitet hat. Man schaute weit über den Tellerrand hinaus und knüpfte Freundschaften, die weiterhin andauern. Es lief nicht immer alles glatt, aber so konnte man weiter an sich wachsen.

Ich bin unfassbar dankbar, dass ich die JuniorAkademie erleben durfte und kann jedem empfehlen, die Chance zu nutzen, dabei zu sein, wenn sie gegeben ist. Danach ist man nicht mehr der gleiche Mensch, der man vorher war. Es wurde mir auch klar, wie wichtig es mittlerweile ist, an Wettbewerben teilzunehmen, da man mit diesen aus der Menge heraussticht. Dies werde ich sicherlich in Zukunft mehr wahrnehmen.

Sylvia Pape

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Deutsche Schülerakademie 2022- Erfahrungsbericht

Wie schafft man es, talentierten und begabten Schülern das Gefühl zu vermitteln, das sie „normal“ sind und dass es noch andere Jugendliche gibt, die genauso engagiert und interessiert sind wie sie?

Die Stiftung Bildung und Begabung hat auf diese Frage schon vor Jahren eine Antwort gefunden und ein Konzept entwickelt, das Schüler aus ganz Deutschland Jahr für Jahr zusammenbringt und ihnen die Möglichkeit gibt, neue Kontakte zu knüpfen, spannende Felder zu erkunden und sich in den Bereichen weiterzuentwickeln.

Jährlich wird 1000 Schülerinnen und Schülern die Chance geboten, an einer von etwa zehn Akademien teilzunehmen, der sogenannten „Deutschen Schülerakademie (DSA)“.

Diese Akademien werden im Sommer an unterschiedlichen Standorten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten angeboten. Somit haben alle Schüler die Möglichkeit, an einem für sie günstigen Termin an der Akademie teilzunehmen, was vor allem insofern wichtig ist, da nicht alle Bundesländer zur selben Zeit Sommerferien haben. Seit der Corona-Pandemie gibt es die Akademien auch als Online-Angebot, sodass man sogar im Urlaub nicht davon ausgeschlossen bleibt.

Bewerben können sich dabei alle Schüler der 10. und 11. Klassen, unabhängig davon, welche Schule sie besuchen. Oft wird man von einem dafür zuständigen Lehrer dafür nominiert, es bestehen aber dieselben Chancen, genommen zu werden, wenn man seine Bewerbung selbst abschickt. Darin zeigt man sein Interesse, stellt sich und sein besonderes Engagement vor und begründet, weshalb man an einer DSA teilnehmen möchte.

Die Chancen, am Ende auf der Teilnehmerliste zu landen, sind dabei gar nicht gering. Dieses Jahr haben beispielsweise ca. 59% aller Bewerber einen Platz bei einer der Akademien bekommen.

Dieses Jahr hatte auch ich das Glück, in eine DSA aufgenommen zu werden.

Die DSA 2022 Wolfsberg wurde in einem kleinen Städtchen nahe Kleve, ganz in der Nähe der niederländischen Grenze, veranstaltet. Dort habe ich die ersten zweieinhalb Wochen des Julis verbracht und hatte dabei die Gelegenheit, sehr viele engagierte junge Menschen kennenzulernen, zahlreiche spannende Gespräche mit ihnen zu führen und unzählbar viele wunderschöne Momente zu erleben.

Bei jeder Akademie werden sechs unterschiedliche Kurse angeboten, die meistens von ehemaligen DSA-Teilnehmern gehalten werden. Dabei werden nicht nur die naturwissenschaftlichen Bereiche abgedeckt, sondern auch gesellschafts- und sprachwissenschaftliche Kurse zur Wahl gestellt. Jeder Kurs zählt etwa 16 Teilnehmer, die sich über zwei Wochen mit einem bestimmten Thema auseinandersetzen, Vorträge dazu anhören, selber recherchieren und sich Inhalte in Gruppen erarbeiten, die sie sich später gegenseitig vorstellen.

Mein Kurs trug den Namen „Frauen – Sprache – Literatur“ und setzte sich vor allem mit weiblichen Hauptfiguren der deutschen mittelalterlichen Literatur sowie weiblichen Autorinnen der Vormoderne auseinander.

Um die Heldinnen und ihre Probleme besser und tiefgründiger nachvollziehen zu können, beschäftigten wir uns außerdem allgemein mit dem mittelalterlichen Weltbild, der Stellung der Frau in der Gesellschaft und deren Wandel über Jahrhunderte hinweg wie auch der Darstellung der Liebe in mittelalterlichen Texten. Dabei wurde bei uns primär die Fähigkeit geschult, die Scheu vor mittelhochdeutschen Texten abzulegen und sich mit der mittelalterlichen Sprache und dem damaligen Weltbild vertraut zu machen, damit wir uns in gelesene Texte besser hineinversetzen und diese leichter interpretieren konnten.

Ein großes Thema war dabei das Nibelungenlied, ein bedeutendes mittelalterliches Heldenepos, dessen Protagonistinnen wir im Kurs genauer unter die Lupe genommen haben. So haben wir auch über die ihnen zur Verfügung stehende Macht diskutiert.

Neben den Kursen wurde viel Wert darauf gelegt, die Teilnehmer auch kursübergreifend miteinander zu vernetzen und ihnen eine Beschäftigungsmöglichkeit zu anbieten. Über unsere Freizeit, die uns reichlich zur Verfügung stand, konnten wir dabei selbst entscheiden.

Dafür wurde das Konzept von sogenannten „Kursübergreifenden Aktivitäten (KüAs)“ eingeführt, bei dem jeder der Teilnehmer, aber auch Kursleiter die Möglichkeit hatte, ein Angebot zu einem beliebigen Thema anzubieten. Unter anderem gab es dabei einen Chor, eine Akrobatik-, sowie eine Tanz-KüA, es wurden auch Sprachen wie Spanisch oder Chinesisch und andere KüAs angeboten, so z.B. „Wie benutze ich den Computer ohne Maus“.

Es haben sich auch Menschen getroffen, die gern Schach oder Go spielten, zusammen kochen wollten oder Lust hatten, eine Runde Frisbee zu spielen.

Eine Verpflichtung, an den aufgezählten Aktivitäten teilzunehmen, bestand dabei nicht. Jeder war frei, sich in der kurs-freien Zeit zurückzuziehen und die Zeit anderweitig für sich zu nutzen oder aber seinen Interessen nachzugehen. Nicht selten wurde in der Nachmittagszeit auch der Schlafmangel nachgeholt, was bei so vielen jungen Menschen und spannenden Angeboten nicht ungewöhnlich ist.

Das Schöne dabei war, dass man in der freien Zeit die Chance hatte, sehr viele unterschiedliche Menschen zu treffen, sie näher kennenzulernen und so zahlreiche neue Freunde zu finden.

Am Ende der Akademie musste jeder Kurs eine ausführliche Dokumentation über die Inhalte schreiben, die er in der letzten Zeit behandelt hat. Die Teilnehmer haben in Gruppen an ihren Teilen der Dokumentation gearbeitet und die Texte den Kursleitern zur Korrektur abgegeben. Dabei waren die Letzteren durchaus pingelig und fordernd. Der Abgabetermin wurde mit Absicht auf drei Uhr nachts gesetzt, um uns an unsere Grenzen zu bringen und ein Gefühl dafür zu vermitteln, wie es später im Studium nicht selten sein wird, wenn man unter Stress und Zeitdruck eine Abgabe zu bearbeiten hat. Oft kommen solche Erfahrungen in der Schule viel zu kurz, was vor allem bei den Schülern der Fall ist, denen das Lernen relativ leichtfällt.

Die oben beschriebene Erfahrung des nächtlichen Zusammensitzens und Einander-Helfens hat uns am Ende noch enger zusammengeschweißt und die Freundschaften, die sich während der Akademie entwickelt haben, gestärkt.

Zurückgekommen bin ich vom Wolfsberg mit einem Koffer voll unvergesslicher Erinnerungen, unglaublicher Erfahrungen und neugeknüpfter Freundschaften, die hoffentlich für lange bestehen bleiben.

Von meiner Seite kann ich jeden nur ermutigen, bei der DSA teilzunehmen und sich selbst davon zu überzeugen, wie prägend diese Erfahrung sein kann.

Für jüngere Schüler in Klasse 7. bis 9. gibt es übrigens ein vergleichbares Angebot der „Deutsche JuniorAkademie (DJA)“ derselben Stiftung.

Und wer weiß, vielleicht sieht man sich dann bei einem der zahlreichen Nachtreffen der DSA-Ehemaligen wieder ;).

Anastazja Karpowicz